Wachst Du auch manchmal mitten in der Nacht auf und beginnst Probleme zu wälzen?

Wachst Du auch manchmal mitten in der Nacht auf und beginnst Probleme zu wälzen, im Kreis zu denken und kannst nicht mehr einschlafen? Dann ließ weiter, denn ich erzähle Dir, warum Deine Durchschlafstörung eine Deiner großen Stärken sein kann!
Du kennst das sicher, ich spreche auch aus Erfahrung, Mitten in der Nacht wachst Du auf und hast spontan ein Problem im Kopf. Eine Begebenheit des letzten Tages, eine Entscheidung, mit der Du nicht einverstanden warst oder eine Aufgabe, die Dir zugeteilt wurde, macht Dir mitten in der Nacht plötzlich Probleme. Du beginnst im Kreis zu denken, negative Gedanken verdichten sich zu einer dunklen Wolke, aus der Du nicht mehr herausfindest. Und so wälzt Du Dich von einer Seite auf die andere, versuchst einzuschlafen, versuchst krampfhaft an „etwas anderes“ zudenken, doch kurz bevor Du wirklich wieder einschläfst, findest Du Dich wieder in deiner dunklen Wolke. Du beginnst dich über dich selbst zu ärgern und umso mehr die Zeit vergeht und der Morgen näher rückt, desto mehr verkrampfst du dich gedanklich und desto weniger gibt es eine Chance, der Spirale zu entkommen, bis du endlich erschöpft genug doch noch ein paar Minuten Schlaf bekommst. der Wecker läutet und du bist komplett gerädert. Ein perfekter Start in einen neuen Tag und perfekte Voraussetzungen für eine ruhige, darauffolgende Nacht? Nein. Genau: es wird sich wiederholen. Und wenn du nicht aufpasst, wird das chronisch. Ja, genau. Auch eine Schlafstörung kann zu einer chronischen Krankheit werden. Und damit ist nicht zu spaßen. Schlafstörungen können eine menge an negativen Effekten haben und im Extremfall nur mit ärztlicher Behandlung wieder kuriert werden.
Also lasst uns doch ein wenig analysieren, was da passiert – mitten in der Nacht.
Dazu hole ich ein wenig aus: unser Geist, unsere Kreativität, unsere Gehirnleistung teilt sich in zwei verschiedene Bereiche. Leider bevorzugen wir einen davon kulturell bedingt massiv. Der andere führt ein Schattendasein: wir nennen die beiden Bereiche „Bewusstsein“ und „Unterbewusstsein“. Schon die Namen sagen aus, wie wir zu den beiden stehen. Aber lassen wir das mal so dahingestellt. Mit dem Bewusstsein arbeiten wir tagsüber, alle Entscheidungen die wir treffen, alle Handlungen, für die wir uns entscheiden und alles was wir an Informationen aufnehmen und verarbeiten geht – naja, zumindest glauben wir das – über das Bewusstsein. Hier haben wir aber auch gelernt, uns zu verbiegen. Dinge zu akzeptieren, sich mit etwas abzufinden, hinzunehmen. Gelernt, weil man uns gesagt hat, dass es so sein muss, weil man uns eingeredet hat, dass wir nicht berechtigt dazu sind, Dinge zu hinterfragen – es gibt eine Vielzahl von Gründen dafür, die alle im Bewusstsein abgelegt sind und vom Bewusstsein brav befolgt werden.
Aber in der Nacht kommt die Zeit des Unterbewusstseins. Tagsüber halten wir mit unserem Bewusstsein unser Unterbewusstes klein, lassen es nicht aufkommen. Soch es ist immer da, hört mit, hört zu und passt auf. In der Nacht, im Schlaf, fahren wir das Bewusstsein aber hinunter, aber das Unterbewusstsein arbeitet weiter. Die Logik des Unterbewusstseins ist aber eine komplett andere als die unseres Bewusstseins. Das bemerken wir, wenn wir uns an einen Traum erinnern. Wenn eine Traumsequenz es schafft, sich in die Zeit unseres Bewusstseins herüberzuretten, dann erkennen wir darin oft keinen Sinn. Weil das Unterbewusstsein mit anderen Begrifflichkeiten, anderen Bedeutungen und Zusammenhängen arbeitet, erscheint uns ein Traum meist unklar und wirr.
Das Unterbewusstsein erkennt aber auch sehr gut, wenn wir etwas, das unsere Person betrifft, aber absichtlich tagsüber bewusst beiseite geschoben haben und es wird diese Sache in der Nacht, wenn das Unterbewusstsein die Macht dazu hat, an die Oberfläche spülen. Und an der Grenze zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein wird dieses Problem dann zum Schlafräuber.
Was wir also tun sollten, in der Nacht, wenn uns das Unterbewusstsein mit all seiner kraft auf etwas hinweist, ist nicht sich darüber zu ärgern und zu versuchen, es zu ignorieren, sondern – ganz im Gegenteil – es dankbar anzunehmen. Ich weiß, das kling komisch, aber es ist so! Kein Mensch will mit seiner Meinung ignoriert werden! Wenn man sich aber dankbar für den Beitrag zeigt, ist der Andere meist schon viel friedfertiger. Und genau das können wir uns auch im Umgang mit uns selbst, mit unserem Unterbeswusstsein zu nutze machen: wenn du in der Nacht wieder mal von deinem Unterbewusstsein geweckt und mit einem Problem konfrontiert wirst, dann nehme zunächst eine dankbare Haltung dazu ein. Mache dir ganz bewusst, was du offensichtlich mit deinem Bewusstsein übersehen oder übergangen hast. Am besten, du schreibst dir ein paar Notizen auf. Wenn du so an die Sache herangehst, gibt es eine gute Chance, dass dir auch ein paar Lösungen oder Ideen zu dem Problem kommen. Schreib das alles auf. Entweder hast du direkt am Nachtkästchen ein Notizbuch, dass du dazu verwenden kannst, oder du stehst kurz auf, suchst dir ein Blatt Papier, uns schreibst nieder, was dich in diesem Moment beschäftigt und bedrück. Damit hast du das Unterbewusstsein gewürdigt und es muss nicht mehr hysterisch deine Nachtruhe stören, um weiterhin penetrant auf das Problem hinzuweisen. Du wirst sehen, wenn du das Büchlein zuklappst und dich wieder hinlegst, wirst du schnell wieder in einen ruhigen Schlaf fallen können.
Es kann schon sein, dass deine nächtlichen Ideen bei Tageslicht ein wenig realitätsfern oder auch komplett wirr erscheinen, aber mit der Zeit wirst du erkennen, dass einiges davon tatsächlich wertvoll für eine Lösung sein kann und du durch das Einbeziehen des unbewussten Teils deines Gehirns stärker bist, als wenn du nur den bewussten Teil einsetzt.